Sein Schwanengesang

In Carl Julius Lénströms ”Svenska Poesiens Historia”, Örebro 1839, S. 239 f. lesen wir, daß Bellman – um den Herbst 1794 – noch einmal „seine Freunde um sich sammelte zu einer Abschieds-Improvisation,

Bellmans letzter Gesang”. Lavierte Farbzeichnung von Albert Edelfelt, 1888
Albert Edelfelt, am 14. Januar 1888: Studie für eine Komposition ”Bellmans letzter Gesang”.

in welcher er alle Strahlen seiner fliehenden Ausdruckskraft bündelte in einem unablässig fließenden Strom der Eingebung: die Wendungen seines frohen Lebens, sein Lob für den milden König und sein Dank an die Vorsehung, die ihn zur Welt kommen ließ unter edle Menschen und in dieses nordisch schöne Land. Schließlich gab er jedem der versammelten Freunde seinen ewigen Abschied, mit einer besonderen Strofe und Melodie. Bei Tagesanbruch baten seine Freunde ihn inständig und unter Tränen, seine schon stark angegriffene Gesundheit zu schonen. Er aber antwortete ihnen: ’Laßt uns sterben, wie wir gelebt haben, in Musik!’ Er leerte ein letztes Mal sein Glas mit dem schäumenden ätherischen Saft und stimmte den Schluß seines Schwanengesangs an. — Von dieser Stunde an sang er nie mehr.”

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