Movitz’ Abenteuer mit Ulla

Dieses Lied findet sich in der 1861 von J.G. Carlén herausgegebenen fünfbändigen Ausgabe der Werke von Carl Michael Bellman, stammt vermutlich aber nicht aus der Feder des Dichters, sondern von einem seiner „Jünger“ im Gesellschaftsorden Par Bricole.
Nota bene: Die “Geige” in der 3. Strofe ist ein Alias: Verkleidung für das Unanständige, Unsagbare.

Seht, ihr Brüder, da kommt Mowitz angekrochen,
lahm, gebrochen,
platt wie ein Rochen,
bitter und verstimmt,
mit der Geige und der Buddel …   Glaubt ihr, Brüder,
ob er wieder
brav und bieder
je den Bogen nimmt,
daß wir trinken, daß wir singen
Nymph und Gläser schwingen? —
Laßt uns tanzen, laßt uns klingen,
so ist uns bestimmt!

Sonne glost, der Alte schwitzt, das Krugschild flimmert,
Krugtür wimmert,
Ulla glimmert,
lächelnd in der Tür
mit der weißen Schürze und der Flasche,
knickst und rasche
füllt die Tasse:
Movitz’ Elexier.
Und sie singt . . .   Dein Wohl, du Feine!
Skål, du süße Kleine,
daß bei Bacchus uns vereine
Freias Wohllust hier.

Sieh, wie Movitz mit dem Glas sein Los besiegte,
Buddel kriegte
und sich wiegte
voll in Wohlbehag
und nach Ulla und der Schürze griff nicht feige —
doch die Geige
ging zur Neige,
sprang mit einem Schlag . . .
Movitz ging, sie zu verwahren,
sprach: Laß Freia fahren
und mit Bacchus laß uns paaren
an solch schönem Tag.

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Übersetzung: k-r u
Original: Fredmans Testamente. Nr. 146

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