Archiv der Kategorie: Nils Ferlin

Ferlin ist in Schweden wohl der populärste Lyriker unserer Zeit. Die Auflage seiner Gedichte wird nicht einmal von seinem Lehrmeister Gustaf Fröding übertroffen. Mit ihrem Rhythmus, ihrer Wortmusik sind Ferlins Gedichte wie dazu geschaffen, gesungen zu werden. Als sie in den 40er Jahren vertont wurden, waren sie bald in jedermanns Mund. Aus Knut Warmlands Vorwort zur Anthologie im Labyrinth des Lebens

Götterdämmerung 1939

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Einsamkeit. Lavierte Federzeichnung auf Bleistiftskizze. Johan Tobias Sergel, 1795

Chronik der Idun 18.11.1939„In Götterdämmerung sinkt die Welt.“ In dem ersten der beiden Gedichte rapportiert Nils Ferlin die politischen und militärischen Ereignisse der ersten Monate des 2. Weltkriegs. Seine Chronik, Schlagzeilen des Krieges im hämmernden Rhythmus eines Telegraphen, … weiterlesen

2. Weltkrieg: 30.12.1939

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Chronik der Idun 30.12.1939Am 1. September hatten deutsche Truppen Polen angegriffen. Im Abkommen von Brest-Litowsk vom 8. Oktober wurde Polen unter dem Deutschen Reich und der Sowjetunion aufgeteilt. Repressalien der deutschen Besatzer gegen die Zivil­bevölkerung, insbesondere gegen die Juden. Deportationen zur Zwangsarbeit. Im östlichen Teil Polens wurden zahlreiche “Klassenfeinde” von den sowjetischen Besatzern in den Gulag deportiert; die militärische Elite wurde in Katyn und anderswo liquidiert. Und am 30. November hatten sowjetische Truppen unter Marschall Merezkow im so genannten Winterkrieg die finnische … weiterlesen

Wiegenlied

Die Bäume da draußen. Foto: K. Utschick

Träden därute

Månen är stor,
guldögd och stor
fönstrena glimrar
som Pärlemor.
Slumra, du lilla,
stilla din gråt;
trädena mumlar
en vaggviselåt.

Mamma är trött,
sånglös och trött;
många och onda
bekymmer hon mött‘
Slumra, du lilla,
stilla din gråt.
Träden därute
har vaggviselåt.

Die Bäume da draußen

Mond, gelb und rund,
blickt groß und rund,
glitzert in Fenstern
perlmutterbunt.
Schlummre, mein Kindlein,
im wiegenden Wind,
Bäume murmeln
ein Wiegenlied lind.

Mutter ist matt,
sanglos und matt,
viele und bange
Sorgen sie hat.
Schlummre, mein Kindlein,
wiegender Wind
singt in den Bäumen
sein Wiegenlied lind.

Übersetzung   k-r u

Zwei Gedichte aus der Tierwelt

Foto: K.Utschick


„Die Mythen über Nils Ferlin, diesen sorglosen Poeten, Stepptänzer, Armdrücker, Raufbold und Saufbold, wurden immer wilder. Ganz Schweden schloß ihn ins Herz. Er war auf seine Weise ein guter PR-Mann für seine Gedichte. Mit ihrem Rhythmus, ihrer “Wortmusik” sind Ferlins Gedichte wie dazu geschaffen, gesungen zu werden. Als sie in den 40er Jahren vertont wurden, waren sie bald in jedermanns Mund. Manch einer entdeckte, daß das keine Schlager waren, sondern Poesie.“ (Knut Warmland)


Hier ein Gedicht aus der Sicht einer Kreatur, der Kuh, und eines über das Meisterstück der Schöpfung, die mit der Gabe der Hypnose ausgestattete Boaschlange. 
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