Charon, deine Fähre …

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Eine der Musen des jungen Bellman ist Anna Charlotta von Stapelmohr (geb. 1756), bewundert und beneidet für ihre Schönheit ebenso wie für ihre Intelligenz und Schlagfertigkeit. 1778 heiratet sie Bellmans Freund Staatsekretär Elis Schröderheim. Die Neider, von denen Bellman spricht, werden noch mehr herausgefordert durch die heftige Affäre, die Anna Charlotta mit einem 25-jährigen Adonis hat. Das Ende ist tragisch:   Am Neujahrstag 1791 stirbt Anna Charlotta im Kindbett.

Die musikalische Gestaltung dieser von Peter Collin neu vertonten Elegie zusammen mit der Visualiserung von Wille und Mats Hayen lassen den Eindruck einer Opern-Aufführung im Stockholm von Gustaf III entstehen.

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Charon, deine Fähre, wie kam sie so früh!
Siehe, am Ruder ich weine.
Warum so früh und warum denn sie
zu der Fahrt alleine?
Unter Wolkenhimmel, dunkelgrau,
riefst du Schröderheim, doch sahst seine Frau.
Sieh ihre Freunde in Zähren — —
Komm, Anne Charlotte, riefst du, Charon, rauh,
und sie stieg in die Fähre.

Wallende Woge, so schäumend und grün,
Charon, verfolgt von den Wogen.
Stracks wird ihr Schatten, veredelt und schön,
allem Neid entzogen.
Schöne Schar, vergib den Klagegesang,
ihr, die wartend stehn dem Strand entlang,
gießt für Frau Schröderheim Zähren — —
Folgt mit den Tränen beim letzten Gang
Anna Charlotta zur Fähre.

StU 11 Nr. 24
Deutsch: K. Utschick

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