Evert-Taube-Ballade über Bellman

Dahl17-747px

Peter Dahl: Lithografie zu Fredmans Epistel Nr. 17.

Nicht wenige schwedische Dichter haben Hommagen auf Bellman geschrieben, das war schon zu seinen Lebzeiten so. Die Göteborger Zeitung Hwad Nytt? Hwad Nytt? veröffentlichte 1773 ein Gedicht von Olof Bergklint, in dem er Bellman den “Anakreon des Nordens” nennt. Und Carl Gustaf af Leopold schrieb 1792 ein Poem, in dem er Bellman den “König der Sänger” nennt. Später haben u.a. Birger Sjöberg, Evert Taube und Nils Ferlin Gedichte auf Bellman verfaßt.

Bellman! Där din sång förklungit
dröjer rymdens genljud kvar,
den natur som du besjungit
än din diktnings prägel har.
. . .

Bellman! Wo dein Sang verklungen,
ihn das Echo weiterträgt –
die Natur, die du besungen,
ist von deinem Vers geprägt.
Hör, wenn Solnas Glocken schwingen,
rufen uns zum Morgenpsalm,
wie sie ”Bellman! Bellman!“ singen!
Echos deiner Lieder klingen
von Norrtull bis Södermalm.

Wachtrabanten und Dragoner,
Schornsteinfeger, Korporal,
Krugmamsellen und Barone
tanzen durch dein Arsenal.
Röckchen schief, Schürzlein zerrissen, *
was es sei, wir haben teil –
sehn vom Stuhl den Spielmann sinken,
Türme in der Sonne blinken, *
Amor zielen seinen Pfeil. *

Doch wir sehn auch Tränen rinnen,
Qual und Angst im Schicksalsschlag. *
Herzensnot, ob hinter Zinnen
oder einfachstem Verschlag,
hat kein Ende im Gesange,
aber deiner Verse Wahl
gibt auch noch im Untergange
Trost und Balsam dem, der bange
harrt der allerletzten Qual.

Hier in leichten Falterschwingen,
dort in Gischt und Sturmes Lärm,
hier wo Weinpokale klingen,
dort im Tanze und Geschwärm
kann das Ohr den Klang erlauschen,
läßt das Herz sein Blut im Schwall
”Bellman! Bellman!“ freudig rauschen,
kann dein Sang den Sinn berauschen,
deines Waldhorns Widerhall.

Andre Zeiten, andre Sitten,
Mode, Kunst und Industrie,
alles neu und fortgeschritten –
jung doch deine Poesie:
grüne Auen, sonnbeschienen,
muntre Fohlen, goldne Bienen,
Glitzern, Flimmern, frohe Mienen,
zeigt dein wunderbarer Sang.

Wie ein Maler kannst du stellen
just das Schöne in ein Bild:
wie am Heuboot Segel schwellen, *
an Madame das Brusttuch schwillt. *
Und Natur gab bei Boutellen
Ulla Venus’ Reiz und Gunst,
die sie, hörn wir dich erzählen,
feilbot Grafen und Gesellen –
ohne Fleck auf deiner Kunst!

Und du gabst den Mälar-Fluren
in Gedicht und Melodie,
du! vor allen Trubaduren
generös dein Weltgenie.
Welch’ Verschwendung! Du gefangen,
Gattin, Kinder ohne Brot,
hohl von Schwindsucht deine Wangen –
und die deine Lieder sangen,
überließen dich der Not.

Doch am Grab von Sankta Klara
unter Sergels Medaillon
klingt im Chor ein wunderbarer
”Bellman! Bellman!“- Andachtsong.
Ja, dein Leben kann ergreifen!
Was du schufst, hat Ewig-Wert.
Mochten Gläubiger dich schleifen,
deine Totenmask’ und Pfeifen
sind nur umso mehr begehrt.

Bellman, wo dein Sang verklungen,
ihn das Echo weiterträgt –
die Natur, die du besungen,
ist von deinem Vers geprägt.

Übersetzung   k-r u

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

 characters available