Carl Michael Bellman
1740 - 1795

Elegie an Ulla Winblads Bett.

Elegie vid Ulla Winblads säng.

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1.

Nimm die Baßviole, zupf und schraube
V:cllo. - - - den Pinn hinein!
Girr und gurre wie die Turteltaube
V:cllo. - - - im Liebeshain!
Reiß vom heißen Hirn die Perücke
und zur Joppe häng sie ans Brett,
ach! da ich heiße Tränen drücke
hier auf Ulla Winblads Bett!

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2.

Vater Berg, wie ist mein Herz beklommen
V:cllo. - - - und bange schlägt,
spürt von deinen Saiten Tröstung kommen,
V:cllo. - - - von Harm bewegt.
Bei deinem Spiel ich fühle und finde
Kühlung meiner brennenden Brust.
Ja! und dein Humpen zeigt gelinde:
Gegen Liebe gibt es Trost.

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3.

Doch ich schaue wie im Nebelschleier
V:cllo. - - - auf Freias Grab:
Um ihr Lager flammt Laternenfeuer.
V:cllo. - - - Die Schuh’ tu ab!
Bete zur Schönheit, die ihre Lilie
gibt zum Raub dem grausamen Tod.
Vestalin, ach! du drängst zum Ziele;
meine Seele ist in Not.

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4.

Sieh den weißen Busen, wie er bebet.
V:cllo. - - - Zupf leise jetzt!
Meine Hand die Myrtenkrone hebet,
V:cllo. - - - aufs Haupt ihr setzt.
Sieh ihre Augen Tode bezwingen,
ihre Klarheit, Farbe und Stärk,
hör sie vom Los der Jungfraun singen,
hörst du? hörst du, Vater Berg?

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5.

Siehe, Fleisch und Blut in schönster Zierde
V:cllo. - - - sich nun verklärt,
fort von der Vernunft mich zerrt Begierde
V:cllo. - - - und siedend gärt,
zieht mich zu ihr in Wollust und Wehe.
Fahr noch nicht zum Tode hinab!
Ach, meine Nymph, du stirbst! — Ich flehe:
Wache auf in deinem Grab!