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Dan Andersson
1888 - 1920

Wiegenlied

Vaggvisa

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1.

Nun bebt das Lied und wiegt dich ein,
wogend schwer wie Wald im Wind,
nun träum und lächle, schlafe ein,
nun ruhe, Rosenkind!

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2.

Nun wiegt und raunt das Lied im Raum,
Trost und Tiefe geben will,
und lächelst du im Märchentraum,
dann hält es wieder still.

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3.

Es ist wie Wind, der johlt und saust,
wie eine Brandung, wenn sie schlägt,
zum Strand als milde Woge rauscht,
die sich zum Sterben legt.

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4.

Dann rauscht es wieder voller Drang,
will stürmen himmelan,
wird Spiel und rauschiger Gesang
und still schweigt irgendwann.

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5.

Es wird auch jubeln himmelhoch,
liebesrot, rosenfein,
und du wirst trinken tiefer noch
des Schicksals schweren Wein.

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6.

Doch wenn du steif gebettet liegst,
fortgetragen wirst zur Ruh
und unter Moos ein Erdnest kriegst,
verstummt es so wie du.

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7.

Nun bebt das Lied und wiegt dich ein,
wogend schwer wie Wald im Wind,
nun träum und lächle, schlafe ein,
nun ruhe, Rosenkind!