[2] Eine Reimrolle

DER KRUG



Macht Platz! Was für Gefährte
und Lärmen und Gequiek?
Und vor dem Krug Musik,
Hochwürdige und Werte,
mit Schärpe, Rock und Band.
Mit steifen Zopfperücken,
sieht man Soldaten rücken,
ist irgendwo ein Brand?

Bewahre, Glocken tönen!
Wo brennt es denn? Na da!
Der Krüger tot? Oh ja!
Er röchelt, hör sein Stöhnen.
Wo ist der Krüger, wo?
Sieh dort im Lehnstuhl sitzen
den dicken Basilisken,
er stirbt incognito.

Die Nas, ein blaues Wunder,
mit Pusteln übersät
und Backen aufgebläht.
Madame, gib ihnen Zunder!
He du da! dampfe ab!
Und wärst du noch so tapfer,
so stinkst du bald nach Kampfer,
und deine Zeit wird knapp!

Du Huhn, willst mich verspotten?
Verschwinde, aber schnell,
sonst pell ich dir das Fell
und klopf dir die Klamotten;
doch sieh! an seinem Spund
dort liegt er, Kameraden,
hat nichts der Teufelsbraten
als Zwieback nur im Mund.

Na sieh dir an den Schlaksen!
Ach Lieber, laß mich vor!
Da steht er vor dem Tor,
Ja, Majas Mann vom Lachsen.
Ist er’s? O ja, genau:
sein Bild, geformt durch Saufen,
Rotaugen, unterlaufen,
und Nase himmelblau.

Rumort es im Gekröse?
Spiel auf zum Tanz, komm her!
Was sagt er? Räuspert er?
Schnaps her! den Schleim erst löse!
Uff! Endlich schnauft er frei,
den Humpen an die Schnute,
Bekleckre nicht die Kutte,
ein Schlückchen oder zwei!

Jetzt ist der Kerl galante
und blank wie englisch Zinn,
ein Bier noch, Bierlein rinn!
Da capo, Musikante!
Macht Platz, Abschaum, macht fort,
Gesindel und Bagage,
und stört nicht die Staffage!
Zapft an den Banzen dort.