[88] Nachlese

Zu Högströms Hochzeit auf Elfvik
den 13. Januar 1788.

Montag früh sprach die Braut:
Nun weiß ich mehr als ich je wußte, ho ho,
bis ich endlich getraut,
geschmückt mit Krone und mit Schleier, ho ho.
Nun werd ich Mutter sein beizeiten,
niemals wollen wir uns je streiten,
gern will ich das Mahl bereiten,
und fürs Kind ein Kleid arbeiten.

Dienstag früh sprach der Mann:
Nun weiß ich mehr als ich je wußte, ho ho.
Als sie der Schleier umspann,
fiel mir die Krone auf die Stirne, ho ho.
Nun will ich Vater sein beizeiten
und an der Hütte arbeiten.
Niemals wollen wir je uns streiten,
mag der Himmel uns begleiten.

Mittwoch morgen ganz frühe
sprach die Braut: Ja, nun weiß ich so vieles, ho ho,
hab ‘nen Mann und hab Mühe,
und nimmer werde singen ho ho.
Mein Gemahl wird mein Spinnrad nähren
und den Haushalt mehren.
Wenn die Hochzeitstage sich jähren,
werden wir die Widmans ehren.

Donnerstag-Morgen war nah,
die Braut kroch aus dem kalten Bette, ho ho,
und das Lager besah:
Dort lag nur Högströms grüne Jacke, ho ho.
So begann sie prompt mit Ohrfeigen
ihren Unmut zu zeigen.
Wer läßt gern so ein Lied sich geigen?
ganz von Högström zu schweigen.

Freitag morgen war bänglich,
und wie ein Bettag grau verhangen, ho ho.
Der Bräutigam verlänglich
wollte sie bezwingen, der Arme, ho ho.
Als er so an das Werk sich machte
und ans Mieder griff sachte,
gerbte sie sein Fell, daß es krachte,
und sein Eifer erschlaffte.

Samstag morgen sich rührte
die Braut und setzt sich auf im Bette, ho ho.
Da der Bräutigam spürte
den Rücken striemig, gepflastert, ho ho,
stand sie auf bei Morgenhelle,
knöpfte Haken am Mieder,
sprang mit Flasche zur frischen Quelle
und gab Stärkung ihm wieder.

Sonntag morgen um sieben
Bräutigam, mit Mütz’ auf der Blässe,
kriegt einen Kuß seiner Lieben,
Bedingung war: zu verschlafen die Messe.
Montag, Dienstag und Mittwoch gingen,
trotzdem Glut in der Asche.
Manchmal Kebbeln, manchmal Ringen.
Und kein Schluck in der Flasche.