[37] Nachlese

bellman/nachlese/

Sieh Bacchi Bowl’,
geh, füll dein Glas und trink es leer,
ein prächtig Skål
der schönen Magd zur Ehr!
Ein roter Mund lacht zu dir her
und Roggentrunk, mein Freund, was willst du mehr?

Das Glas zur Hand
in froher Rund’ mit frohem Schwung
an Lethis’ Strand
vor deiner Wanderung!
Dem leeren Sarg trotz’ mit der Zung’
und schluck den Saft, er macht dich reich und jung.

Mag eines Tags
die Freundschaft ändern ihren Ton,
duld und ertrag’s,
bleib treu dem rotem Spohn!
Nimm eine Karaffin, mein Sohn,
als beste Medizin bei Harm und Hohn.

Wohlan, nimm an,
Fredrikas Blick und Liebe pur
scheint irgendwann
dir minder lieblich eine Spur?
Sag nichts und trink ein Tränchen nur.
Die Kraft des Öles ist die beste Kur.

Steht Ulla gar
am Eck mit kurzer Nacht-Pelis’
mit schwarzem Haar
und rosiger Chemis’?
Sag nichts und keine Trän’ vergiess
Nimm ‘s Glas, und mach dich fort von der Couliss’.

Sie nickt dir zu?
Sei hart, du Bacchi Mann, zum Wohl!
Tu, als ob du
vergessen Mädchenlist und -groll.
Sag nichts, schenk nur dein Gläschen voll,
ihr, der dein Herz gehört, gelte dein Skål.

Mach ‘s so wie ich,
als ich in deiner Lage war,
mein Rat an dich:
Im Glas kein Tröpfchen spar!
War nüchtern noch im Februar,
und bin es wieder - wette! - an Neujahr.