Jugendgedichte II, Nr. 37

Weines Kraft bekommt dem Herzen,
wenn der trockne Hals macht Schmerzen.
Skål, schön’ Iris, ich bin frei,
frei von Amors Barbarei!
Herz und Auge mag nun rasten
und die Kehle nimmer fasten,
doch ich bin und sterb allhier:
Sultan Bacchus’ Großwesir.

Fuhrmans  Haus ist die Seraille,
dort als Türke und Canaille
liege ich bei Kerzenlicht,
saufe, bis der Tag anbricht.
Bacchus’ Priester bin geworden,
mag er mich beim Faß ermorden,
doch ich bin und sterb allhier:
Sultan Bacchus’ Großwesir.

Ja, ich schwör bei Bacchus’ Tonne,
daß nicht Nüchternheit mir fromme.
Doch es gibt der Qualen mehr:
Amor — vôtre serviteur!
Seine Pfeile wir wohl kennen …
Hals und Herz, ja, beide brennen,
doch ich bin und sterb allhier:
Sultan Bacchus’ Großwesir.

k-r u