[31] Jugendgedichte II

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Ich bin so voll...
Kam’raden, helft mir auf, ich taumele wie toll!
Der süße Saft
nahm mir just aus dem Hirn das Mark und alle Kraft.
Hier liege ich erschlafft und hohl.
Komm, Nachbar, hilf mir auf... Zum Wohl,
zum Wohl, zum Wohl.

Ich gebe dir,
wenn du mir hilfst, mein Haus mit Gärtner und Portier,
mein bestes Roß
und meine Braut, dann Weste, Stock und Rock und Hos
und Spezerei’n für Punsch und Bowl’.
Komm, Nachbar, hilf mir auf... Zum Wohl,
zum Wohl, zum Wohl.

Hör, was ich will:
Mein Landgut schenk ich dir, doch davon schweige still,
sonst kommt es schlecht
und nimmt man alles dir, und ohne Fug und Recht.
Denn unsre Welt ist allzu toll.
Komm, Nachbar, hilf mir auf... Zum Wohl,
zum Wohl, zum Wohl.

* Den Wiesengrund
bekommst du und das Patronat und meinen Hund!
Das Bauernhaus
und was erworben und geerbt samt Mann und Maus.
Gesagt, getan, und steht im Soll.
Fahr wohl, mein Nachbar... Und zum Wohl,
zum Wohl, zum Wohl.

* Mein Nachbar, du,
ob du wohl schlafen willst mit meiner Frau? Nur zu
und nimm sie dir.
Nein, mach dich fort! Im Rinnstein bleibe ich dann hier.
Mach fort, daß dich der Teufel hol!
Fahr wohl, mein Nachbar... Auf dein Wohl,
zum Wohl, zum Wohl.

Übersetzung: Klaus-Rüdiger Utschick