Jugendgedichte II, Nr. 24

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Eh der Tod uns schmettert nieder,
und wir noch ‘nen Puster tun,
laßt uns wärmen Rumpf und Glieder,
Bacchus liebkosen, weinen und ruhn.
Fahr wohl, du Krücke,
von dannen rücke,
Welt und Öde schreckt mich nicht.
Den Korken drehe
und nimmer flehe,
halt die Buddel vors Gesicht.

Brüder, laßt uns nimmer stöhnen,
ehe wir scheiden irgendwann.
Selig leb’ die Schar der Schönen
und auf der Welt jeder redliche Mann.
Eins macht mir Schmerzen,
ach! tief im Herzen
ich nach meiner Iris wein’.
Den Korken drehe
und nimmer flehe,
her das Glas und fülle ein!

Dies ist ein probates Mittel:
Trinke ein Skål, das die Sorge verjagt!
Ob mit Robe oder Kittel,
Vivat, wer denkt und tut, was er sagt!
Laßt Gläser klingen,
für mich zerspringen,
wenn ich zu den Vätern fahr.
Den Korken drehe
und nimmer flehe,
mit Bouteill’ zur Reise klar.

k-r u