Jugendgedichte I, Nr. 4

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Du lieber Karneval,
du linderst Sorg und Qual,
mit Pauken und Trompeten schreiten wir zum Ball.
Löscht Fackeln! Weg das Licht!
Kennt man uns etwa nicht?
Hol, Petter, wieder uns um sechs zur Tagespflicht!
Ach untrüglich
höchst vergnüglich,
Bon soir Madame,
Freunde, laßt uns vor, wir sind von gleichem Stamm.

Beau Masque, comment vous va?
Ja! assez bien la la,
ich weiß nicht, süße Maske, wie mir heut geschah.
Na, sieh mal, ei der Daus,
gibt es kein Eis im Haus
und Mandelmilch und andres mehr für unsern Schmaus?
Ach untrüglich
höchst vergnüglich,
Bon la chaine, la chaine!
Au, die Knie tun weh, ich kann kaum gehn und stehn.

Wo keine Iris ist,
da ist das Leben trist,
und unter uns ist keiner wohl ein Rabulist.
Die Welt ist Maskerad’,
wo man es lustig hat
und hinter seiner Maske weint und ist malad.
Ach untrüglich
höchst vergnüglich,
Bon soir, ami!
Freunde, laßt uns fröhlich sein bis morgen früh!

Je vous connois, ami.
Sie reden wie ein Vieh!
O sprechen Sie nicht so, vergeben Sie, cherie!
Ich bin Ihr Kamerad
bei dieser Maskerad’,
wenngleich an Kopf und Körper fühle mich malad.
Ach untrüglich
höchst vergnüglich,
Bon soir, mon Frère,
von Knebelbart! Von edler Art, nicht irgendwer!

O, du behagst mir sehr,
Beau Masque, wo kommst du her?
Warum, du schöne Fremde, ist das Herz dir schwer?
Ach ja, ich seh und hör,
ein schreckliches Malheur!
Gib eau d’ lavande, ich sterbe, meine süße Gör’!
Ach untrüglich
höchst vergnüglich,
Bon soir, Seigneur!
Meine Schöne, je sui votre serviteur.

Ich glaub ich werde krank:
die Maske auf der Bank
ist Satan schwarzperückt, von schwefligem Gestank.
Und dort, sim salabim,
der greise Ephraim;
sieh zu den Schönen ihn mit Liebesreimen ziehn.
Ach untrüglich
höchst vergnüglich!
Bon soir, ami!
Ach, die Maskerade endet morgen früh.

Lieb’ Maske, lieb’ Mamsell,
ich schreibe M und L.
und bist du wohl vergnügt, so bin ich dein Gesell,
geb dir, was dir gefällt,
ja alles in der Welt.
Und was das Herz sich wünscht, der Himmel uns bestellt.
Ach untrüglich
höchst vergnüglich!
Bon soir, ma Belle!
Siehe nur! dein Schatten bin ich auf der Stell!

Oh Maske, schöner Schein,
ich schreibe, oh in Pein
ein H: allzeit vergnügt soll meine Schöne sein.
Ich bin wahrhaftig matt,
der Schlaf hat mich gepackt,
so wünsche ich Euch alles Gute und Gutnacht.
Ach untrüglich
höchst vergnüglich,
Bon soir, ma Soeur!
Weiß der Himmel, für Euch sterbe ich — ich schwör.

La Masquerade fini,
nun, schöne Maske flieh!
Mit andren kam ich her, und nun, wo blieben sie?
So ist sie, die Partie,
ich lächle nur, hi hi,
wenn irgendwo ich seh so arglos dummes Vieh.
Ach untrüglich
höchst vergnüglich,
Petter, die Caross’!
Ist irgendwo ein Licht, und gibt es hier kein Roß?

Von solcher Maskerad’
wird man fürwahr malad,
obwohl man sich so gräßlich wohl befunden hat.
Komm, stille Seelenruh,
ins traute Nest im Nu,
ich wollt ich säß’ im Sofaeck schon ohne Stock und Schuh.
Ach elendig
und unbändig
zieht es mich nun heim!
Wo die Glieder können ruhn bei Haferschleim.