Jugendgedichte I, Nr. 3

Ach! welche Lust und Kurzweil kaufen wir uns alle!
Wer gibt nicht sein Hemd für den Entré zum Maskenballe,
tanzt als Fledermaus nicht durch die Flure sine cure —
und zum Schuldkontor gebracht sich schämt wie eine Hure.

Ach allzu lang und bang die Zeit auf Erden würde,
und Herr Crispin Wechselcours kaum trüge diese Bürde,
könnte er am Abend nicht sich zur Redoute verfügen,
und sich zur Nouvelle Angloise als Domino vergnügen.

Hier gilt die edle Kunst den Nächsten zu ertragen,
Peppas Töchter tanzen schwänzelnd gegen Vestas Plagen,
Herr und Knecht sich schwingen hier selbander zu der Leier,
und in der Matrone selbst loht wieder junges Feuer.

Hier ist das Lustrevier der jungen Frau Dorilla —
auf zum Rendezvous, der süßen Freudenpille!
Denn sie trifft sich mit Pantin, derweil ihr alter Gatte
schlummert süß im weichen Bett in Federflaum und Watte.

Dank dem, der einst erfand die Kunst der Maskerade,
unter Beaux Esprits ist er der Prinzeps der Parade.
Denn die Welt war vormals voller Narr’n und Ignoranten,
wußten nichts von Lustbarkeit wie unsre jungen Fanten.