[24] Gelegenheitsgedichte IV

Zum Tod von Staatssekretär Schröderheims Frau.

Charon, deine Fähre, wie kam sie so früh!
Ich seh dich rudern und weine.
Warum so früh und warum grade sie
zu dieser Reise alleine?
Unter Wolkenhimmel, dunkelgrau,
riefst du Schröderheim, doch blicktest zur Frau.
Sieh ihre Freunde in Zähren — —
Komm, Anne Charlotte, riefst du, Charon, rauh,
und sie stieg in die Fähre.

Welle sie wallte so schäumend und grün
folgend Charons Wogen.
Bald wird ihr Schatten veredelt und schön
allem Neid entzogen.
Schöne Schar, vergebt den Neidergesang,
und da ihr wartend am Strand steht entlang,
vergießt für Frau Schröderheim Zähren — —
Folgt mit den Tränen beim letzten Gang
Anne Charlotte zur Fähre.

Übersetzung: Klaus-Rüdiger Utschick