Fredmans Gesänge, Nr. 39

Alles wandelt sich, sinkt hinab, :||:
Vater Moses hat Schlafes Süße,
aber Aaron nur kalte Füße.
Laßt uns trinken an ihrem Grab! :||:

Vater Moses, gerecht und klar, :||:
konnte manchmal gar zornig werden,
schlug die Tafeln auf die Erden –
sag mir, ob er da nüchtern war. :||:

Trinkt auf Moses, der wacker stritt, :||:
nicht sein Licht stellte untern Scheffel,
einen Ägypter schlug auf die Löffel,
daß er taumelte und verschied. :||:

Vater Moses, geschmückt mit Horn, :||:
lebte lustig, die Robe schwenkte,
starb doch ehrlich, sich nicht erhängte
wie ein Pfaff’ für ’ne Tonne Korn. :||:

König Pharao ging es schlecht, :||:
Branntwein fehlte im Königshause;
sonst hätt’ Moses vielleicht beim Schmause
glatt vergessen Gesetz und Recht. :||:

Vater Aaron war frei und frank :||:
und vollbrachte manch ein Mirakel
hinterm Vorhang im Tabernakel,
wo er nippte und wacker trank. :||:

Aaron wurde darum beringt, :||:
nun am Nacken ein Glöckchen baumelt,
kling, sagt’s Glöckchen, wenn Aaron taumelt.
Brüder, schwingt euer Glas und klingt! :||:

Prost auf Moses, tief unterm Gras! :||:
Ruft im Chore: “Hurra, o Mose!"
und auch Aaron gebt eine Rose,
lasset klingen Glas an Glas! :||:

Ach, wie anders ist unsre Zeit, :||:
sind die Herzen, sind die Gedanken!
Doch auch wir trinken, bis wir schwanken,
so wird’s bleiben in Ewigkeit! :||:

Läutet mit Gläsern zum Leichenschmaus! :||:
Einen Kranz woll’n wir Moses winden,
in memoriam am Grab uns finden
und seiner Asche weihen den Rausch. :||: