Fredmans Gesänge, Nr. 37

Wenn wir trinken, frohe Brüder,
rasch auf neuer Freunde Wohl,
füllen wir die Becher voll
und sie leeren wieder.
Eines Ahnherrn umso mehr
müssen wir gedenken,
zu seiner Ehr :||:
volle Becher schwenken.

Läuten wir das Jubelglöckchen,
für den jungen Abraham,
der ein schönes Weib bekam.
– Prost aufs Unterröckchen! –
Angsterfüllt und ohne Ruh
sie zum König läßt er:
Ich will, daß du :||:
nennst dich meine Schwester.

Doch der Arme ward betrogen,
da der König Sarah nahm.
Das war arg für Abraham!
– Tränk den Gram im Roggen! –
Zwar die Ehre wäre groß:
er ein Königsschwager,
doch die Frau los. :||:
Solches Glück wär’ mager.

Wenn Vermählte doch besäßen
solchen Trost wie Abraham!
Denn als Sarah wiederkam,
war der Schad’ vergessen.
– Trinken wir Willkomm’ am Herd! –
Seht die Morgengabe:
Esel und Pferd, :||:
Schafe, Vieh und Habe.

Abraham stand nah beim Throne
fuhr mit Staat und Pomp einher,
schlug in wackrer Gegenwehr
selbst ein Haupt mit Krone
und dem Volk den Sieg errang.
– Trink und Vivat rufe! –
Sag, was gelang :||:
ihm zum eignen Behufe?

Höre, was einmal passierte:
bei Sarah fand mit Liebestat
Abraham kein Resultat;
doch als er’s probierte
mit der Magd von nebenan,
ändert’ sich die Lage,
und es schlug an! :||:
– Prost beim Taufgelage! –

Sag, wer gleichet ihm auf Erden?
Abram, volle hundert Jahr,
macht’, daß Sarah glücklich war,
Mutter konnte werden;
neunzig Jahre war sie jung,
und des Himmels Mächte
gaben ihr Schwung. :||:
– Prost auch seinem Knechte! –

Sarah starb und Abram klagte,
nahm ’ne neue Gattin doch,
zeugte gar sechs Söhne noch,
wie es Gott ihm sagte,
um mit hundertvierzig Jahr
zur Kindstauf zu laden;
sowas ist rar! :||:
– Prost auf Abrams Taten! –