Fredmans Gesänge, Nr. 31

DER FISCHFANG

Auf, Amaryllis! auf, meine Holde,
nah ist die goldne
Morgenstund.
Regenbogen, prahlend,
wölbet sich strahlend
streifig bemalend
Tal und Grund.
Amaryllis, Freude will ich künden,
die auf Neptuns Woge du wirst finden.
Gott des Schlafes soll nicht länger binden
streng deine Seufzer, dein Aug, deinen Mund.

Komm und mach rasch! Das Netz ist gebunden
seit vielen Stunden,
folge mir!
Zieh an das Leibchen,
Rock mit den Streifen!
Hechte zu greifen
fahren wir.
Amaryllis, auf! Hör auf zu gähnen!
Soll ich mich vergebens nach dir sehnen?
Bei Delphinen und Sirenen, schönen,
wollen wir planschen in Neptuns Revier.

Nimm Angelrute, Schnüre und Haken,
schon will es tagen,
eile dich!
O meine Süße,
rühr deine Füße!
Ach, ich verdrieße
dich wohl nicht?
Laß uns fahren zu dem flachen Grunde
oder hin zu unsrem grünen Lunde,
wo wir fanden uns im Liebesbunde,
worüber Thirsis so grämete sich.

Steig in das Boot, mein Mädchen, und singe!
Liebe bezwinge
unsre Brust.
Äol im Harme
bläst zum Alarme;
in deinem Arme
find ich Trost.
Glücklich auf des Meeres zorn’gen Wogen,
still zu deiner Wärme hingezogen,
will ich dir in allen Toden folgen.
Singet, Sirenen, von Schönheit und Lust.