Fredmans Gesänge, Nr. 14

Wenn ich hätte sechstausend Taler
im Quartale :||:
und ‘ne Tonne Gold besäß‘,
lüd‘ ich zum rauschenden Balle im Saale
beim Pokale :||:
und der bösen Zeit vergäß‘.
Aber vor allem würde ich trinken,
fröhlich winken,
nieder sinken,
wieder trinken
und vergäße Müh und Streit.

Läufer, Lakaien, Kutscher und Wagen
zu Gelagen :||:
wären ständig für mich da,
Krebs-Pastetchen gäben Behagen
meinem Magen, :||:
Tag und Nacht rief‘ ich Hurra!
Aber vor allem &c.

Und ich setzte ‘nen Hut auf die Glatze,
zöge Asse, :||:
König, Fünf und gewänn zum Schluß,
und verlieh‘ aus der Kasse den Zaster,
die Piaster, :||:
kriegte Zins im Überfluß.
Aber vor allem &c.

Handeln und wandeln, leihen, schanghaien!
Reedereien, :||:
Schiffe auf dem Ozean
voll gefüllt mit Spezereien,
Sennereien :||:
und schöne Häuser mit Turm und Altan.
Aber vor allem &c.

Himmelbette mit Blumen und Kranze,
grüner Franse, :||:
Sims mit Blumenvasen voll!
Und mein Herze bebte und tanzte,
ich scharwanzte :||:
um mein Bräutchen liebestoll.
Aber vor allem &c.

Ach, wie leicht kann ihr Wort mich gewinnen
und bezwingen! :||:
Sagt sie: “Mein liebster Bräutigam",
pocht mein Herz und möchte zerspringen;
ich bin von Sinnen, :||:
nimmt sie mich in ihren Arm.
Aber vor allem &c.

Aber, ach! zum Schluß mich begleiten
schlimme Zeiten! :||:
Bald mein Schicksal sich erfüllt;
hab ich ein Weib und bin zu beneiden,
muß ich leiden, :||:
daß man aufs Haupt mir Hörner stülpt.
Aber zum Troste würde ich trinken,
fröhlich winken,
nieder sinken,
wieder trinken
und vergäße Müh und Streit.