Fredmans Episteln, Nr. 58

Über Kihlberg, Bacchi Mann und Offiziant des Ordens im Tempel.

Herz ist beklommen,
Freude genommen.
Traurig stimm ich die Quint. Pling plang.
Kerzen zerronnen,
leer sind die Tonnen,
nur der Wäschebottich rinnt. Kling klang.
Brüder, ach! die Türe klafft weit offen,
und am Schanktisch liegt, vom Tod getroffen,
Kihlberg, ach! ich traure unbesoffen.
Klingeli plingeli klingeli plang.

Himmel! Elende!
Schlimm ist das Ende,
ausgetrunken steht das Glas. Pling plang.
An der Tapete
hängt die Trompete,
Fässer leer und aus der Schmaus. Kling klang.
Hinten in der Ecke bei der Pike
trauert stumm für Weihnacht die Musike.
Kihlbergs Leben kehrt nicht mehr zurücke.
Klingeli &c.

Bange ich stolpre,
poche und poltre.
Gibt ’s keinen Menschen hier? Pling plang.
Niemand im Hause,
Krug nach dem Schmause
liegt in einer Pfütze Bier. Kling klang.
Und an Bier gebricht es nun dem Wirte,
Tod auch noch den Humpen requirierte,
Sapperment, sich selber delektierte.
Klingeli &c.

Also befehle
ich meine Seele
Charons schwarzem Fluß, pling plang,
rasch mich bekehre,
Flasche nicht leere,
hänge mich nun auf zum Schluß. Kling klang.
Fahre wohl, du Welt mit deinen Schlingen,
magst Branntweinverbote gern erzwingen,
Kihlberg hat bekommen Engelsschwingen.
Klingeli &c.