Fredmans Episteln, Nr. 49

Über die Landung beim Klub im Mälaren
an einem Sommerabend 1769.

Mamsell Ulla, sieh, Mamsell,
Mond versilbert Bach und Quell,
Berge, Zäune, Hütten, Ställe,
Gitter, Pfähle,
mild und hell.
Mälarwellen klar und still
tragen manchen stolzen Kiel,
überfließen,
übergießen
Felder, Wiesen, Sumpf und Siel.
Schwester, sieh zum See, wie mit Jachten er prunket!
Schiffer pumpet :||:
mißvergnügt und still.

Sieh die Äcker um den See,
die mit Blumen, Kraut und Klee
geben Wohlgeruch den Stränden
und den Händen
Lohn seit je.
Ha! Sieh Bacchi Küchen auch!
Wie aus Klüften steigt der Rauch
mit Gerüchen
aus Schnapsküchen.
Kleinster Steg trägt vollen Bauch.
Mollberg, steure backbord zur Brücke vorm Hügel!
Fensterriegel :||:
Vater Hök macht auf.

Schau dorthin zum Waldesrand,
schau voraus zur linken Hand,
sieh das Haus an jener Stelle,
lichterhelle
nah am Strand!
Nein, sieh her, mein Zuckerstück,
meine Rose, wend den Blick
in die Richtung
zu der Lichtung:
Schornstein prangt rot-weiß und dick.
Siehst du, wie der Kätner mit Dreizack im Boote
steht am Schote, :||:
guckt zu uns zurück?

Linde Winde, blast und weht!
Wimpel hißt, so hoch es geht!
Laßt die Segel fächeln, flattern,
knallen, knattern,
Ruder dreht!
Klang, zu Waldhorns frohem Laut!
Preist den Gott, der Wein gebaut!
Humpen hebet,
trinket, lebet,
wärmet Adern, Blut und Haut!
Trink, trink, kleine Schwester! Trink, Mollberg, mit allen!
Schüsse knallen :||:
für die kleine Braut.

Zu dem Krug hinüber fahr,
mach das Boot zur Landung klar!
Wirt und Wirtin stehn im Garten
auf uns warten
dort, nicht wahr?
Dank und Prosit, leg an Land!
Mutter Wingmark, gib die Hand!
Nimm die Schleppe,
klimm die Treppe,
mit den Schuhen scharr im Sand!
Hierher mit den Bündeln und Beuteln aus Leinen,
Bier und Weinen! :||:
Holt sie flugs vom Strand!

Jeanna, ach! verlor Rubin,
ach! den Ohrring nahm Cousine.
Lottas Muff lag auf der Decke,
in der Ecke
Violin.
Ach, ich ließ – ich werd verrückt –
Papas Handschuhe zurück
in Kajüte,
meine Güte,
neben Opas Zopfperück.
Süßer Bruder Petter, o weh, die Perücke!
Auf der Brücke :||:
liegt das gute Stück.

Stoß nicht an den Baß, Kamrad,
halt die Waffelplatte grad!
Butterbütte in den Armen,
braun vom Warmen,
wie Suckat.
Sieh die Torte, angebrannt,
Zimt und Zucker bis zum Rand,
mit Prunellen,
Karamellen
und Anschovis, wie pikant!
Lasset uns rasten und raufen und lärmen,
schweifen, schwärmen :||:
froh bei Spiel und Sang.

Vater Hök, ich trink auf dich.
Wenn du lächelst, lache ich.
Mit der Flasche stehst du Wache,
ach, ich lache
über dich.
Gib uns Schutz in deinem Bau,
schenk uns aus dein warm Gebrau!
Deine Säfte
geben Kräfte,
wärmen, wenn das Wetter rauh.
Hört ihr, wie es bläst? Takelt ab und vertäuet!
Trank erfreuet. :||:
Vivat Bacchi Gau!