Fredmans Episteln, Nr. 43

An Ulla Winblad, geschrieben bei einer Gelegenheit
zarten Mitgefühls.

Wärm mehr Bier und Brot,
leih Madame Wingmarks Kanne,
leg Kümmel ein, Susanne!
Wärm die große Kupferwanne
rot, feuerrot! Fin.
Ein Bett bette, schnell,
geschwinde, auf dem Flecke,
mit Daunen, Seidendecke!
Wiege, Stuhl und Messingbecken
bring auf der Stell!
Tür zu, Mamsell,
laß Gardin herab ganz sachte!
Amor, komm zur Nymph bei Nachte,
komm und ihren Glanz betrachte,
steh ihr bei, die fromm befolgte dein Gebot. D.C.

Bring Wein, dunkelrot,
mit Met und Milch sie nähre,
mit Honig, Zingibere;
was an Schönem sie begehre,
gib ihrer Not! Fin.
Gib Trost im Gesang!
Ihr banges Herze brennet,
ihr Blut, das rasend rennet,
linde Kühle bald erkennet,
teilt seinen Gang.
Schönheit, im Zwang,
tausend Tode dich umtosen,
just in Liebesstund beim Kosen
Tod erblickst du zwischen Rosen:
Wurm, im Kelch versteckt, ist bald der Blume Tod. D.C.