Fredmans Episteln, Nr. 29

An die Vornehmen.

Mowitz, nimm deine Pinne
auf hoher Tempelzinne!
Klang! Schlage schnelle
– plang! – auf die Felle!
Klang, plang, klang, plang.
Pauken wir wollen rühren
vor Fenstern und Türen.
Klang! Pauken dröhnen
– plang! – für die Schönen.
Klang, plang, klang, plang.
Nymphe mit Fächer kühlt ihren Busen, so warm.
Timp. - - - Trommle stolz Alarm!
Timp. - - - Hebe hoch den Arm
und schaue die Schönen in Seide und Flor!
Herren spazieren stolz in den Saal durch das Tor,
treten mit weißen Strümpfen schuhknarrend hervor
puderweiß, - - - Timp.
schnupfen leis, - - - Timp.
neigen sich mit Charme,
Federhut im Arme
ist aus Kastor. :||:

Fräulein, sie lispeln, lächeln,
bald frösteln und bald fächeln.
Klang, du Canaille!
Plang, zur Bataille!
Klang, plang, klang, plang.
Vielfaches Euer Gnaden!
Vielsprachige Tiraden.
Klang! Pinne schwinge!
Plang! Pauke klinge!
Klang, plang, klang, plang.
Comment se trouve ma belle? – Oui, fort bien, ma sœur.
Timp. - - - Mowitz, wirble mehr.
Timp. - - - Ja, du hast Gehör.
Bringt her Mandelmasse und Kuchen holt her!
Mit Gold am Rock, den Hut voller glitzernder Pracht
führet der Graf den Reigen und schäkert und lacht.
So charmant - - - Timp.
und galant - - - Timp.
macht er eine Schäfrin
zu ’ner Art von Gräfin
für eine Nacht. :||:

Ha, was für Kapriolen
und zeternde Violen!
Klang! Kapellisten!
Plang, plang! Bassisten!
Klang, plang, klang, plang.
Nymphen so hold erröten,
es flüstern die Flöten.
Klang, Pauke lärmet.
Plang, Nymphe härmet.
Klang, plang, klang, plang.
Weswegen weint die Nymphe? Ach, ihr Kavalier,
Timp. - - - ist nicht mehr bei ihr.
Timp. - - - Aber vor der Tür
verehrt er ein Fräulein in Rittermanier.
Häubchen fiel auf die Treppe, Bukett liegt im Dreck,
Röcklein ist ramponiert, und das Halsband ist weg.
Fräulein schreit: - - - Timp.
O Falschheit! - - - Timp.
Alles sich verkehret,
wer die eine ehret,
tut andren Schand. :||: