Fredmans Episteln, Nr. 24

Der lieben Mutter vom Braunen Tor.

Schwester, holde,
ach, ich wollte
mit dir reden, eh ich end’. :||:
Doppelbier macht Temprament,
Einfachbier will nimmer schmecken.
Branntwein schüttelt mich mit Schrecken,
da ich steh am Grabesrand
noch in Bacchi Festgewand,
doch verachtet und verkannt,
bang vorm Schatten an der Wand.
Schwester, holde,
ach, ich wollte
mit dir trinken, da ich ahn,
daß die dunklen Schatten nahn.
Uhrwerk ticket,
Charon schicket
Kahn.
Trinken will ich doch.
Höre, wie es hicket!
Bacchi Säfte laben mich noch.

Schlimme Zeiten
wir durchschreiten,
und der Kurs des Talers fällt. :||:
Noch gibt ’s Schnaps für bares Geld,
doch bald wird mein Herz erkalten,
andre Helden Hof dann halten.
Liebe Mutter, auf ein Wort,
glaubst du, ’s gibt an jenem Ort
volle Gläser auch hinfort,
daß die Seele nicht verdorrt.
Schlimme Zeiten
wir durchschreiten,
mein Gerippe niedersinkt,
doch mein Mund dem Glase winkt,
dürstet, gieret,
delektieret,
trinkt.
Bacchus, werd ich dann
von dir balsamieret
als ein großer namhafter Mann?

Schwester, höre!
Komm, betöre
meinen Schlund mit Glas und Krug! :||:
Trink mir zu, dann ist ’s genug,
sing von Liebe, Wein und Glücke,
welche Qual den Durstgen drücke
und wie ein berauschter Mann
Paradies erringen kann,
Feuer, das durch Adern rann
dem, der einst den Wein gewann.
Schwester, höre
und mir schwöre,
schließ die Braune Tür gut ab!
Klopft mein Schatten, gib ans Grab
Malz und Hopfen,
daß er Tropfen
hab!
Fort ist meine Not.
Hör den Tod schon klopfen!
Her das Glas, ich dürste zu Tod.