Fredmans Episteln, Nr. 12

Elegie über die Schlägerei im Gröna Lund.

Klag, Vater Berg, und spiele,
die Flöte zu dir nimm
Flauto. - - - und traurig stimm!
Mein Herz hat Wunden viele,
daraus spritzt Most und Mark.
Flauto. - - - Blas, Vater, arg!
Sieh, dieses große Zimmer,
einst voll der Mädchen Glanz;
und heute kommen selbst die Fliegen nimmer
unters Dach zum Tanz, - - - Flauto.
nicht neigt sich Jergen Puckel wie ein Prinz im Schimmer
mit dem Kranz. - - - Flauto.

Hier gibt’s nicht Tisch noch Bänke,
nur Türen ohne Schloß.
Flauto. - - - Nun blase los!
Wo Becher warn und Schänke,
wo froher Brüder Ort,
Flauto. - - - ist ’s leer hinfort.
Und über diesen Dielen,
wo einst dein Horn gegellt,
ist ’s totenstill, zerbrochne Fenster schielen
auf ein wüstes Feld. - - - Flauto.
Spielleute nimmermehr für Bier und Wein hier spielen
und für Geld. - - - Flauto.

Hier bebten Diel und Sparren
bei Stampfen, Lärm, Geschrei;
Flauto. - - - nun ist ’s vorbei.
Die morschen Planken knarren,
der Schornstein neigt sich schon
Flauto. - - - beim Trauerton.
Wo einst man sah Trompeten
aus Fenstern schaun heraus,
wehn Fetzen von Gardinen und Tapeten
jetzt im Windgebraus, - - - Flauto.
und nimmer sieht man Pferde, Wagen und Carreten
vor dem Haus. - - - Flauto.

Wenn Brüder sich vergleichen,
ist ferne der Radau;
Flauto. - - - mein Balg ist blau!
Ohrfeigen kann entweichen,
wer selber keine setzt.
Flauto. - - - Blas nimmer jetzt!
Ein jeder mag nur trinken
so viel als ihm beschert;
in Mollbergs Kanne steckt man seinen Zinken
doch nicht unversehrt. - - - Flauto.
Mit keines andren Mädchen tanzen noch ihr winken
dies mich lehrt! - - - Flauto.