Fredmans Episteln, Nr. 11

An die Brüder und Schwestern im Luchs.

Hei! sagte Fredman stets, wenn er hörte Waldhörner erschallen
Corno. - - - im Spielmannstroß.
Seht unsre Welt! So trüb ist nicht, wie manche sie malen
Corno. - - - mit Sturmgetos.
Für alle blüht die Ros,
sprühen holder Augen Strahlen,
Branntwein und Doppelbier gibt ’s genug,
Musik in jedem Krug.

Liebliche Schwestern gibt es im Luchsen, Küsse, Dank und Liebe,
Corno. - - - Horn und Schalmei,
Pfeifen aus Holland, Wollgarnperücken, Flüche und Hiebe
Corno. - - - und Jungfernschrei.
Der Bootsmann hat am Kai
für Dublin ’ne Ladung Teere.
Der dort bekam das Fell gegerbt
und rot und blau gefärbt.

He, ihr Halbaffen, hört auf zu gaffen mit gierigen Blicken!
Corno. - - - Bieg dich und schmieg!
Blast unisono, aber, zum Teufel, ohne zu hicken,
Corno. - - - blast wie im Krieg!
Im Tanze holt den Sieg,
Anna Stina und Fredrike!
Lüpft eure Röcke, Fächer zur Hand,
und löscht der Herzen Brand!

Gebt Vater Berg mehr Branntwein, daß er ins Waldhorn wacker stoße.
Corno. - - - Welch ein Gepräng!
Prächtiger blauer Rock, graue Weste, grasgrüne Hose,
Corno. - - - güldnes Gehäng!
Ein Wagen im Gedräng,
Kutscher schimpft mit seinem Rosse.
Brill auf die Nase! Still! Präsentiert!
Der Ball eröffnet wird!

Klatscht in die Hände, Brüder und Schwestern! Hört Waldhörner zanken!
Corno. - - - Sieh Mamsell Spaas:
Rot ihre Röcke, blau ihre Strümpfe, Zöpfe wie Ranken,
Corno. - - - pudrig die Nas.
Rotwein im grünen Glas!
Fort mit gräulichen Gedanken!
Singet von Liebe, rufet nach Wein!
Willkommen, Schwesterlein!

Platz da für Ulla Winblad! Laßt ein die anmutige Nonne!
Corno. - - - Schmettert nur laut!
Siehst du Cupidos Altar? Wir wollen opfern mit Wonne:
Corno. - - - Stech’, wer sich traut!
Kreuzt die Lanzen für die Braut!
Schließt das Tor, zapft an die Tonne!
Amen! Prosit! Nun danket und trinkt!
Das Beste uns noch winkt.