FE18 Nr.

Fredmans Epistel
Nr. 18




Gunnar Hillbom
Gesang, Gitarre & Arr.

Proprius
Aufnahme: 1996
Dauer: 2′ 35″

Ausschnitt: 1′ 15″



An die Brüder im Terra Nova in der Gaffelgasse am Skeppsbron

Brüder sich setzten zum Trinken,
schlugen sich froh auf die Schinken,
steckten ins Glas ihre Zinken,
lobten die Mädchen, die flinken.
Jergen Puckel im dunstigen Rauch
die Pfeife an den Humpen klopfte.
Brüder probierten das Bier, wie es Brauch,
und manch eine Schweißperle tropfte.

Becher zu kreisen begannen,
Brüder, sie tanzten und sprangen,
schwangen sich lustig und sangen,
Gläser, sie klirrten und klangen.
Benjamin stieg auf den Tisch, schwere Not!
“Hier ist, Kamerad, sehr schön zu tanze!”
War um die Nas wie ein Puter so rot
und wurde belohnt mit dem Kranze.

Bier aus der Tonne verrinnet,
Pfeife zu schmurgeln beginnet,
Benjamin grübelt und sinnet,
keiner die Türe gewinnet.
Ihre Perücken bald lagen im Sand,
die Pluderhosen hingen hernieder,
treulich sie gaben einander die Hand
und hielten im Kreise sich bieder.

Welch ein Gejohl und Gelalle,
packt euch nach Hause nun alle!
Da schäumte giftige Galle
just wie das Bier, falleralle.
Jergen Puckel, er schrie: “Ei der Daus,
soll Satans Beelzebub regieren!
Hol mich der Teufel, verdammichte Schmaus,
Wir wollen nun recht poculieren!”

“Hör, Jergen Puckel, frater,
Hast du nun brav Dukaten?”
“Wir preussische Soldaten,
hurra Kammeraden!”
“Hei, vivat nun, hei die Kaiserin!”
“Der Kaiser! Her mit Bier für jeden!”
“Hej, Alliance und gut Glas Wijn!”
Ein Prost für die biederen Reden.

Benjamin jauchzet gar schrille
schluchzend im Vivat-Gebrülle,
und eine Träne quillt stille
wie aus einer Destille.
“Potts Schlapperment, de smake so schön!”
“Lass Glasen klingen, skål, Gesellen!”
“Gut Glas Bier, so röd und grön!”
Ein Schelm, der das Fest mag vergällen.

Übersetzung: Klaus-Rüdiger Utschick