Fredmans Episteln Nr. 01

Fredmans Epistel 1

An Vater Berg, die Geige betreffend.


Was ist das? Keiner trinkt? Trinkt, liebe Brüder: Seht die Gläser auf den Tischen, betrachtet die Humpen in den Regalen hinter den Glastüren! Hört ihr, was der glänzende Zinnkrug, den Cajsa Stina in der Hand hält, euch zuflüstert? Hei, liebe Seele, tränk deine Asche! Geliebte Schwestern und Brüder, wißt ihr, wie mir das vorkommt? Tja, das kommt mir vor, wie wir uns vorkommen, bevor der Schluck in den Schlund kommt. Was hör’ ich? Wie meinst du? Prost, liebe Seele!

Prosit bei Nacht und Tag!
Mit Wollust und Behag
tränk deine Asche!
Her Branntweinflasche,
Bacchi Losung sag:
Prosit bei Nacht und Tag!
Sieh, die Schwester Cajsa Stine
zapft das Faß mit froher Miene.
Schwester, bring den Humpen, :||: griene,
grien und trink beim Festgelag!

Ich bin es, der den Humpen leeren wird, du bist ’s, die einschenken soll, und ihr, liebe Brüder, seid es, die das Bier zu bestellen haben, daß uns die Säfte nicht ausgehn! Denn bleibt das Bier aus, fehlt uns der Branntwein, siehe, so fehlt es an allem. Doch seid getrost, meine Freunde! Courage! Wie viele sind wir? Legion! Ja, unser sind viele! Prost, Jergen Puckel! Zum Wohl, Benjamin Schwalbe! Gesundheit, Eric Bergström! Trinkst du, Anders Wingmark, und du, redlicher Bruder Berg? Und du, Christian Samuel Bredström da unter dem Tisch? Prosit! Trampelt nicht auf den armen Schlucker! Zupft die Geigen! Schlagt auf die Trommeln! Haltet den Humpen!

Das ist ein rechter Fang,
stärkt uns beim Trauergang.
Hoch die Bouteille!
Trommelt Reveille!
Trinkt und seid nicht bang,
stärkt euch zum Trauergang!
Cajsa hämmert auf den Pfropfen.
Oh, ich hör mein Herze klopfen.
Wären nicht im Humpen :||: Tropfen,
säng ich meinen Schwanengesang.

Übersetzung: Klaus-Rüdiger Utschick