WP Lyrik aus Schweden
WP Lyrik aus Schweden
Anacreon-Blog
Anacreon-Blog
|SITEMAP|
|SITEMAP|
Ode zu Mozarts Tod  
Ode zu Mozarts Tod  

 



 
Bellman mit Pfeife

Anacreon-Verlag. Lyrik aus Schweden Im Zentrum Dichtung von Bellman: Bacchus, Venus, Apoll in deutscher Übersetzung

Der 1995 gegründete Anacreon-Verlag publiziert schwedische Lyrik in deutscher Übersetzung.

Carl Michael Bellman (1740-95) Der Poet des Königs und der Kaschemmen ist heute noch erstaunlich populär und kaum weniger präsent als zu seinen Tagen in der wohl größten Blüte­zeit der schwedischen Kultur. Er war Schau­spieler, Sänger, Lauten­spieler und Imitations­künstler, im Theater, in den Wirts­häusern, in den Salons der Bürger und bei den Mittwoch­soireen von König Gustaf III. Schon in jungen Jahren erhielt er den Ehren­titel Anakreon des Nordens, ein Titel, “der ihm vielleicht nicht genug Ehre tut”, wie sein Dichter­kollege Kellgren im Vorwort zu “Fredmans Epistlar” schrieb. Wer von Bellmans Werken spricht, meint vor allem seine Fredman­dichtung. Viele dieser Lieder, die Bellman dem nach Schönheit und Brannt­wein dürstenden Hof­uhrmacher Jean Fredman in den Mund gelegt hat, sind in Schweden auch heute noch in aller Munde. Teile seines Werks sind in über 20 Sprachen übersetzt worden und wurden auch außerhalb Schwedens populär.

Olof von Dalin (1708-1763) Historiker, Politiker, Gesellschafts­kritiker, Sprach­erneuerer und Erzieher Gustafs III, des späteren Theaterkönigs”, gilt als der erste schwedische Nationaldichter. Bellman sah in ihm sein Vorbild.

Gustaf Fröding (1860-1911). Im Jahr 1890 begibt sich Gustaf Fröding wegen eines depressiven Leidens in ein Sanatorium im Riesen­gebirge. Dort schreibt er in Heinrich Heines Spuren den deutschen Gedicht­zyklus Lieder der Langeweile. Sein Dichter­leben beginnt also mit Gedichten in deutscher Sprache! 1891 kommt sein erster Gedicht­band heraus und bis zum Ende des Jahr­hunderts drei weitere Bände. Im folgenden Lebens­jahrzehnt verschlimmert sich seine Depression und sein körperlicher Zustand, und sein poetisches Feuer glimmt nur noch schwach. Einen Eindruck von seiner Depression bekommt man in dem, vielleicht nicht zur Veröffentlichung gedachten, tagebuch­artigen Gedicht Syner och röster - Schemen und Stimmen. In seinem Gedicht En morgendröm - Ein Morgentraum beschwört er das Ideal­bild einer Gesellschaft, in der alle Menschen frei und gleich sind, geadelt durch eigene Würde und Einfach­heit. Das Gegenbild (Atlantis) sieht er in einer Gesellschaft, in der die Kaste der Mächtigen und Reichen durch Macht­mißbrauch und Kriege, Ausbeutung und Unterdrückung den eigenen Untergang herbeiführt. Seine Weltsicht wird in Sagan om Gral - Die Sage vom Gral deutlich: Gute wie Böse werden dereinst durch die Liebe erlöst werden. Viele seiner Gedichte, wie z.B. Tre trallande jäntor - Drei trällernde Mädchen haben zur Vertonung gereizt und wurden als Lieder volkstümlich.

Fröding gibt uns Einblicke in die Lebens­verhältnisse im Schweden des ausgehenden 19. Jahrhunderts, teils vergnüglich und humorglitzernd, teils düster und bedrückend, läßt Geschichte und Mythologie lebendig werden und gibt den Ereignissen mitunter eine beklemmend aktuelle Deutung. Frödings Dichtung wird als Wortmusik” bewundert und geliebt.

Nils Ferlin (1798-1961). Ferlin ist in Schweden wohl der populärste Lyriker unserer Zeit. Die Auflage seiner Gedichte wird nicht einmal von seinem Lehrmeister” Gustaf Fröding übertroffen. Ferlin wie einst Bellman verkleidete” sich gerne und spielte Rollen: den Vagabunden, den Hausierer, den Clown, den Zirkusartisten, den fahrenden Spielmann. Der Rummelplatz und der Jahrmarkt waren für Ferlin natürliche Symbole des Daseins.