Die Schönheit kam in das Dorf

När skönheten kom till byn

Die Schönheit kam in das Dorf, wo die Klugheit schon war,
dort hatten sie lauter Dornen und Galle.
Sie jagten ihr hinterher, mit Gewehren sogar,
denn sie waren dermaßen neunmalklug alle.
Dort kannten sie weder Tanz, weder Freude noch Sang,
keine Weisen, die frohgestimmt klingen.
Die Schönheit kam in das Dorf – als sie kam irgendwann,
da wollten sie weder weinen noch singen.

Die Klugheit ist so ergraut, so bedacht und so klug,
daß Rosen und Akeleien erfrieren.
Das Auge, das lernte lesen ihr Erstlesebuch,
das mußte allen Schimmer verlieren.
Hart stießen sie ihre Spaten in Acker und Stein,
der Fleiß pflügte nur zum Fleiße die Krumen.
Sie rechneten ihre Garben – fürs Rechnen allein,
und haßten deswegen Frohsinn und Blumen.

Dereinst, wenn der Sommer kommt, wie in Liedern gesagt,
und Raum wird sich plötzlich türmen hoch oben,
gar manches wird dann zerschmettert, was hoch aufgeragt,
und die Seelen der Menschen werden erhoben.
Nun sitzen sie dort und spinnen so kleinlich und klein,
ihre Truhen und Speicher zu füllen.
Dereinst wird der Sommer kommen, im Mai wird es sein.
– Aber Lieder sind oft schwache Sibyllen.