Chroniken in Idun *

Krönikor i Idun
30.12.39

Die Finsternis steht vor dem Tor
an diesem Tag wie nie zuvor.
Der Haß wie kosmisch heiße Glut
bemalt den Schnee mit rotem Blut.

Kalt bläst der Wind um jedes Haus.
Wer löscht die hellen Sterne aus?
Wo treiben wir im öden Moor,
wo Tiere starren blind hervor?

Die Wölfe heulen um das Zelt.
Wo taumeln wir im Sturm der Welt?
Es stirbt ein Jahr – ein neues harrt
und furchteinflößend auf uns starrt.

Wir fuhren Auto – was geschah?
Der Weg war plötzlich nicht mehr da.
Und das, was fest im Schein des Lichts,
zerbrach, verschwamm und wich ins Nichts.

Nun leuchtet nichts als Haß und Brand
in Winterland und Finsterland.
Wir beten klamm und bang und flehn:
Gott mach die Welt noch einmal schön!

Es gibt nicht viel von Menschenhand,
was liebenswert und großgenannt,
doch, Gott – um jedes schöne Ding
zerbrich des Dunkels Mörderring!

Mach, daß der Frühling kehrt zurück
und Vogelsang und Sommerglück,
leg deine Hand auf blut’ge Flur,
laß blühn und singen die Natur.